von Birgit Reich, ver.di-Vertrauensfrau, aus Klartext 4/14

„Ich war noch nie so viel krank, wie seit ich bei Amazon arbeite.“ sagte mir kürzlich ein kräftiger Vierzigjähriger. Auch in anderen Unternehmen muss hart gearbeitet werden. Aber nirgendwo ist der Krankenstand so hoch wie bei Amazon. Im Handel schon gar nicht, aber auch nicht in der Logistik.

Die AOK gibt für die Lagerwirtschaft in Rheinland-Pfalz einen Krankenstand von knapp 6% an. DHL liegt mit überdurchschnittlichen 8,4% schon hoch. Aber Krankenstände von 15% bis 19 % - die gibt es nur bei Amazon.

Was hat die Geschäftsleitung dagegen unternommen? Unter anderem: Ersttagsauflage, Personalgespräche, Briefe und Anrufe nach Hause, Abmahnungen, Aufhebungsverträge, Kündigungen. Da stellt sich die Frage: Will man die Kranken bekämpfen? Oder wäre es nicht besser, die Ursachen für solch hohe Krankenstände zu finden und abzustellen?

Ich habe mich mal umgehört, wo dier Kollegen selbst die Ursachen sehen. Könnte es liegen am:

  • enormen Leistungsdruck

  • Umgang mit den Mitarbeitern

  • 15-20 km Laufpensum am Tag

  • fehlende Stühle im Pick für kurzes Ausruhen

  • Wegfall Schreibtische, Steharbeitsplätzen, keine Stühle für Leads

  • Ergonomie der Packplätze, Tische nicht höhenverstellbar

  • einseitige Belastung beim Multi-Pack belasten Gelenke und Rücken

  • Monotonie und mangelnde Abwechslung, nur Stehen oder nur Laufen ist schlecht, mehr Rotation und Querquali

  • Schieben schwerer Carts statt mit Ameisen zu transportieren

  • Staubentwicklung in Picktower geht auf die Atemwege

  • Klimaanlagen, die oft nicht funktionieren

Auch psychische Belastung und Stressfaktoren tragen zu einem gesundheitsschädlichen Arbeitsumfeld bei. Das könnten sein:

  • mangelnder Respekt und nicht nachvollziehbare Entscheidungen

  • akkordähnlicher Leistungsdruck

  • unqualifizierte Feedbacks

  • Mobbing, wenn es nicht unterbunden wird

Bei diesem außergewöhnlich hohen Krankenstand ist doch völlig klar, dass etwas nicht stimmen kann mit der Arbeitsweise im Unternehmen. Es wird höchste Zeit, die Verbesserung der Arbeitsbedingungen anzupacken.

  • .

    die meisten sind nicht krank sondern feiern krank.

    Kommentar von: wayne - 26.08.2014, 18:20
  • krank feiern?

    woher weißt du das? Vielleicht kommt mal irgendetwas mit Substanz?

    Kommentar von: Sommerloch - 26.08.2014, 18:26
  • zufriedenheit

    solange AMAZON nicht begreift das die Zufriedenheit der Kollegen genauso wichtig ist wie die der Kunden wird sich nichts ändern

    Kommentar von: - 26.08.2014, 21:14
  • zufriedenheit

    solange AMAZON nicht begreift das die Zufriedenheit der Kollegen genauso wichtig ist wie die der Kunden wird sich nichts ändern

    Kommentar von: - 26.08.2014, 21:15
  • Krankheit vorgetäuscht

    Viele der Mitarbeiter bei Amazon waren mehrere Jahre arbeitslos, sind verschuldet und haben ein Alkoholproblem. Diese Menschen gehören zu jenen, die nicht arbeiten wollen und nicht können. Hinzu kommen weitere Mitarbeiter mit erheblichen Gewichtsproblemen und ungesunder Lebensweise.
    Es liegt auf der Hand, dass diese Menschen sich krankschreiben lassen und schlecht über ihren Arbeitgeber sprechen. Namhaften Wissenschaftlern liegen Forschungsergebnissee vor die belegen, dass diese Menschen nicht arbeiten wollen und unbrauchbar für den Arbeitsmarkt sind. Also bitte: Schluss mit der Polemik und eine sachgerechte Diskussion statt übler Hetze.

    Kommentar von: tobias derne - 28.08.2014, 15:23
  • Es ist wieder soweit, die Stammtischproleten singen ihr menschenverachtendes Lied

    Tobias Derne, Dein geschreibsel wiedert jeden an, der noch einen Restbestand an Menschlichkeit innehat!

    Das ist fast gleichzusetzen mit jener abstrusen Denkweise und Argumentation, welche vor nicht mal 100Jahren schon einmal benutzt wurde, um Menschen auszusondern, welche dem System unnliebsam und unbequem wurden.
    Und alles unter dem Deckmäntelchen geschaffen von schmierigen, gewissenlosen "Pseudo-Wissenschaftlern"

    Ekelhaft, das die Gattung Mensch nichts aber auch garnichts aus der Geschichte lernt, immer und immer wieder muss man diesen Anfängen entgegentreten.
    Ich habe keinerlei Verständnis, für dieses wiederliche Gedankengut und gehe Jeden an, der anfängt Menschen auszugrenzen aufgrund von aus den Fingern gesaugten Stammtischparolen.

    WEHRET DEN ANFÄNGEN!

    Kommentar von: Alfred Tetzlaff - 28.08.2014, 17:43
  • was für eine hohle Nuß

    ansonsten muss man darauf sicher nicht weiter reagieren. Das ist genau die Klientel, die bei Amazon gut angesehen ist. Scheiß drauf......

    Kommentar von: Sommerloch - 28.08.2014, 17:56
  • Niveaulos

    Die Kommentare zu meinem Kommentar sind einfach ohne Gehirn.
    1. Ich werde geduzt. Das ist dumm und frech.
    2.Die Kommentare stellen Lesermeinungen dar, die jegliches Wissen in Frage stellen. Auf diese Art wurden im Dritten Reich und unter den kommunistischen Diktaturen auch unbequeme Wahrheiten diffamiert und Unschuldige ermordet.Schade, dass wir scheinbar wieder kurz davor stehen.

    Kommentar von: tobias derne - 29.08.2014, 17:46
  • schlimmer geht immer

    ich rate zum Aufsuchen eines Facharztes. Man muss sich ja nicht gleich krank schreiben lassen :-)

    Kommentar von: Sommerloch - 29.08.2014, 17:53
    • reinschleich*

    .....ooooO..................
    ....(......)..........Ooooo...
    .........(..........(......)...
    ......._.)...........)..../...
    ......................(._./....

    Nur mal schauen, ob der Troll
    noch da ist.
    Oh heiligs Blechle, der Spinner
    ist ja immer noch da
    bloss weg hier

    ........._.......................
    ......./....)............_......
    ..... /....(..........(.........
    ....(......)...........)........
    ....ooooO..........(......)..
    .......................Ooooo.

    • trabs...trabs...trabs *

    Kommentar von: Alfred Tetzlaff - 29.08.2014, 22:42
  • So ganz unrecht hat der Tobias Derne aber nicht. Ich kenne Dutzende Kollegen, die mit geleisteter Unterschrift des Festanstellungsvertrages sich zu wahren Lauschöppern entwickelten. Komischerweise war der Höhepunkt der Krankschreibungswelle auch kürzlich zur Fußballweltmeisterschaft und nicht im Januar und Februar, zur diesjährigen Grippewelle. Es sind auch meist nicht die älternen Kollegen die Dauerkrank sind, sondern komischerweise eigentlich kerngesunde jüngere Kollegen. So, dass mußte mal gesagt werden. Jetzt dürft ihr hier kübelweise in Eurer Ver.di-Manier Häme über mich auskippen und mich runterputzen.

    Kommentar von: Wolkenkuckucksheim - 30.08.2014, 09:59
  • Also, dass Leute krankfeiern bestreitet doch niemand. Aber was Tobias schreibt ist schlicht beleidigend. Da besteht die Belegschaft also fast nur aus Alkoholikern, Übergewichtigen und "faulen Leuten die nicht arbeiten können und wollen". Und sngeblich würden Wisseschaftler das bestätigen. Die Studie würde ich ja gerne mal sehen; so eine existiert nämlich nicht.

    DASS Leute krankfeiern lässt sich nie komplett verhindern. Aber sollte doch nachdenklich machen, warum diese Quote bei Amazon soviel höher liegt, als bei vergleichbaren Arbeitgebern.

    Kommentar von: Fisch - 30.08.2014, 13:38
  • Lieber Tobias.

    1. Bei Amazon duzt man sich. Gehört zur Firmenkultur. Also entweder bist du A) Amazon-Mitarbeiter, dann sollte es für dich alltäglich sein, dass man dich dutzt, oder B) kein Amazon-Mitarbeiter, dann hast du aber auch herzlich wenig Ahnung vom Thema und solltest dich mit unqualifizierten Sprüchen lieber zurückhalten.
    2. Ooooh, Godwin's Law im Einsatz. Wieso verwechseln einige Leute "Meinungsfreiheit" mit dem nicht vorhandenen Recht, ohne Widerspruch jedweden geistigen Dünnpfiff von sich zu geben? Selbstverständlich darfst du deine Meinung äußern. Aber genauso selbstverständlich darf ich deine Meinung für Dummfug erklären. Denn auch das ist Meinungsfreiheit: Das Recht anderer Leute, anderer Meinung zu sein als du.

    Kommentar von: Ruhrpott - 30.08.2014, 14:23
  • Indizien für Krankmacher?

    erst mal sind an nahezu jedem Standort weitaus mehr Menschen zur gleichen Zeit krank, als in der Brache und im Allgemeinen üblich. Das lässt sich tatsächlich sehr leicht nachweisen.
    Wenn diverse Behauptungen (alles Blaumacher) stimmen würden, müssten wir uns auch die Frage stellen, warum die Krankenstände ausgerechnet bei Amazon derart unverhältnismäßig hoch sind. Selbst ernannte Sachkundige helfen hier niemanden. Die Behauptung dass es viele Blaumacher gibt, ist und bleibt eben nur eine Behauptung und bringt nichts.
    Man müsste sich vielleicht auch die Frage stellen, ob Amazon zu dumm ist das richtige Personal zu finden. In diesem Zusammenhang ist das sicher eine berechtigte Frage.
    Wie auch immer, durch die sich permanent wiederholenden Behauptungen tut ihr genau den Menschen Unrecht, die selbst nicht nur körperlich unter ihren Erkrankungen leiden, sondern durch diese Art Massendiffamierung auch seelisch z. T. enormen Schaden nehmen. Diejenigen, die mit pauschalisierten Anschuldigungen um sich werfen können jederzeit selbst betroffen sein. Ihr solltet euer bisschen Hirn einfach mal zum Nachdenken anregen und nach den tatsächlichen Gründen suchen. Schönes Wochenende

    Kommentar von: Sommerloch - 30.08.2014, 15:04
  • Meiner Erfahrung nach sind gerade die Kollegen mit der großen Klappe ("ich brauche keine Gewerkschaft, mir kündigen die nicht", "ich werde nie krank, ich arbeite einfach gut") irgendwann tatsächlich selbst betroffen. Aber dann ist es leider zu spät.

    Kommentar von: Ruhrpott - 30.08.2014, 17:22
  • Radikale Gedanken

    Wenn Ausgrenzung und Diffamierung von Übergewichtigen und Alkoholkranken Mitarbeitern bei den Pro Amazoniern legitim ist finde ich es natürlich nur Recht und billig, wenn Streikbrechern mit Zaunslatten der Rücken gegerbt wird.

    Kommentar von: Leipziger Amazonier - 31.08.2014, 00:16
  • Das sind nur die Anfänge.....

    ...das Neoliberale Geschmeiss hält sich halt für die "Herrenrasse der Arbeitswelt"
    Heute die Dicken, die Kranken und alle anderen, welche nicht jubelnd voller inbrunst, den Gebeten Ihrer Hohepriester der Erfolgsstories lauschen und OpferÜberstunden darbringen.

    Morgen kreischen Sie dann gegen Brillenträger, Kleinwüchsige und übermorgen gehts dann auf all die, welche nicht mit verzücktem Lächeln die Prozession im Tempel des Success mitmachen und auch noch gotteslästerlichweise keine tägliche Lobpreisung gen Seattle praktizieren.

    Die würden sogar noch Jubelnd, ohne auch nur drüber nachzudenken, Soylent Green fressen, wenn denen das Jeff zuwerfen tät :D

    Kommentar von: Alfred Tetzlaff - 31.08.2014, 04:15
  • Liebe Kollegen, beim durchlesen der letzten beiden Kommentierungen wurde ich wieder in meiner Entscheidung gestärkt, niemals bei ver.di einzutreten. Das ist doch einfach nur krank!

    Kommentar von: Wolkenkuckucksheim - 31.08.2014, 11:06
  • schade ;-(

    man kann und muss aber auch nicht alles haben :-)

    Kommentar von: Pfingstochse - 31.08.2014, 11:16
  • Tobias Derne

    Hey Herr. Tobias Derne ,
    sie beledigien Leute mit welchen Recht ?
    Sollten sie sich nicht selbst hinterfragen was sie für ein asoziales A...och sind?
    Was für eine Studie? Da gibt es nichts.
    Ich selber bin mal krank na und deswegen aber nicht faul . Ich gehöre den Jungen Leuten an mit Festanstellung . Das wir ein Zahlen Druck haben ist richtig. Und laut meines Arbeitsvertrages aber nicht haltbar und deswegen auch nicht Rechtens ist und somit ist es nötigung des Arbeitgebers.
    Ein weiterer Stresspunkt sind die Pausen Zeiten in Leipzig die sind nehmlich viel zu kurz Normal zu essen und um sich zu erholen. Die Ergonomie am Arbeitsplatz ist für mich bis jetzt ein Mittelmaß je nach wo ich eingesetzt werde . Wenn mir nichts passt gehe ich direkt zum Lead und Schilder mein Anliegen meistens werde ich auch wo anders eingesetzt . Nicht im jedenfall können die Bosse schnell was änder das ist Normal. Meine Krankheittstage auf dem Bau wahr deutlich höher wie bei Amazon demnach ist nicht alles schlecht .
    Herr Tobias Derne überdenken sie ihre Haltung gegen über von Kollegen so ein Verhalten ihrer seits ist unmenschlich desaströss.

    Kommentar von: unbekannt - 01.09.2014, 11:29
  • Ein großes Racheproblem

    Hallo,

    Was Ihr vergessen habt in diesem Artikel, ist, daß sich die meisten Lagerarbeiter in den ersten 2 Jahren weit aus mehr bei amazon geschunden haben, um immer wieder eine Verlängerung zu bekommen und die Entfristung !
    Sie quälten sich oft sehr lange mit Erkrankungen und Leiden dort, um keinen Tag krank zu machen. Ich erlebte sogar einen dort mit 40 Grad Fieber !!! Umgekippt sind auch Viele!
    Glaubt Ihr nicht, daß sich diese vielen Mitarbeiter auch mal dahin gehend rächen und bei jedem Leid zum Arzt zu gehen um länger krank zu machen, wenn sie entfristet sind?
    Ja nun erleidet amazon deswegen keinen erheblichen Schaden wie auch bei Streiks, also macht euch alle keine Sorgen! Es ist halt nur weniger PROFIT für sie ! :-)

    Kommentar von: Andre - 28.09.2014, 18:35
  • Ich warne davor,....

    zu meinen, einem Menschen die Krankheiten ansehen zu können. Es ist eine bodenlose Frechheit, Äußerungen von sich zu geben, wie
    a) Leute nicht arbeiten wollen, die vorher Arbeitslos waren
    b) ältere Kollegen weniger krank seien als vermeintlich gesunde jüngere Kollegen.
    c) eine schlechte Ernährung und Übergewicht als einen Indikator für die Quantität der Krankmeldungen und den Wille zur Arbeit zu sehen

    Viele Kollegen haben mir schon ihr Leid geklagt und wir sprachen auch über gesundheitliche Aspekte und da gibt es welche, die wirklich richtig Scheiße am Hacken haben und dennoch an die Arbeit gehen - und man wird es kaum glauben: Viele von denen waren vorher arbeitslos und stehen beim Streik draußen! Ein Pflichtgefühl ist auf jeden Fall gegeben und wer das pauschal einfach kaputtreden will, der hat von Menschen absolut keine Ahnung und sieht nicht mehr als sein eigenes Ich als Maßstab.

    Kommentar von: Der Osterhase - 11.11.2014, 10:23
  • @ Tobias Derne

    Namhafte Wissenschaftler haben auch gesagt, dass die Atomreaktoren sicher seien.

    Gibt es einen Link oder die Namen der Namhaften, die diese tolle These aufgestellt haben?

    Kommentar von: Der Osterhase - 11.11.2014, 10:26
  • Ich habe nicht wenige Mitarbeiter (sogar Leads!) erlebt, die ich durchaus anerkennend als sogenannte "High Performer" einschätzen würde. Kollegen, deren Arbeitstempo stets weit über dem Abteilungsdurchschnitts lag. In einigen Fällen sogar erkennbar weit jenseits jeglichen gesunden Maßes. Die zum Teil sogar damit prahlten, besser zu arbeiten als der Rest.

    Irgendwann wurden diese "High Performer" dann auf einmal krank. Aus einer Woche wurde ein Monat, aus einem Monat wurde ein Jahr. Was genau die Krankheitsursache ist, entzieht sich natürlich meiner Kenntnis. Es könnte mit der Arbeit zusammenhängen, aber genau sagen kann man das als Außenstehender nicht.

    Aber die häufige Wandlung vieler "High Performer" zum Langzeitkranken ist schon auffällig.

    Kommentar von: Ruhrpott - 12.11.2014, 23:48
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(C) 2014 ver.di - Fachbereich Handelzuletzt aktualisiert: 12.09.2016