Konsument*innen, auf in den Solidaritätsstreik!

Aufruf des Streik Soli-Bündnis Leipzig

Fast alle von uns bestellen einfach und bequem beim Online-Riesen Amazon. Doch was passiert hinter den Kulissen? Der Erfolg von Amazon basiert auf der Ausbeutung der Angestellten und ihren schlechten Arbeitsbedingungen. Ständige Überwachung, hoher Leistungsdruck und körperlich anstrengende und monotone Tätigkeiten prägen den Alltag vieler Beschäftigter. Der Krankenstand bei Amazon liegt permanent bei etwa 20 Prozent! Bisher weigert sich der Online-Riese auf die Forderungen der Beschäftigten einzugehen.

Doch Amazon fürchtet die Verbreiterung des Konflikts und hat Angst davor, dass auch wir, die Konsument*innen, Teil des Streiks werden. Anders als bei einem Boykott geht es beim Konsument*innen-Streik darum, bei Amazon zu bestellen und Pakete mit einem Solidaritätsbrief an Amazon zurückzuschicken. Die unprofitable Mehrarbeit verstärkt den ökonomischen Druck auf den Konzern. Aber vor allem geht es darum, den Streikenden in diesem zähen Kampf den Rücken zu stärken. Noch erscheint der Gegner übermächtig, doch wir sind viel mehr. Erkennen und nutzen wir diese Stärke.

  1. Kaufe etwas für mindestens 40 €, aber beschädige die Verpackung nicht!

  2. Lege eine Solidaritätsbotschaft an die Streikenden in das Paket.

  3. Drucke das Retour-Formular aus und klebe es auf das Paket.

  4. Schicke das Paket innerhalb von 14 Tagen zurück und sende ein Foto von deiner Grußbotschaft an uns.

  • fernseher, waschmaschine...

    Kommentar von: WillGrillen - 23.12.2015, 04:17
  • Augenwischerrei

    Vorweg: Amazon Händler.
    In den letzten Jahren haben Sie (Verdi) mit Streiks versucht Amazon zu bekämpfen. In diesem Jahr hat Amazon zwei neue Versandläger in Polen und Tschechien eröffnet und nahezu alle (unsere) Sendungen werden mittlerweile von dort versendet - die Verdi-Möglichkeiten also weitgehend ausgehebelt. Ich denke Amazon wird künftig weniger Stellen in Deutschland zu besetzten haben - war das ihr Ziel? Jetzt rufen Sie zum Mitmachen der Konsumenten auf... 80% der angebotenene Artikel werden nicht von Amazon verkauft, sondern vom Handel, der die Plattform nutzt. Mit Ihrem Aufruf treffen Sie zu einem großen Teil nicht Amazon, sondern den stationären Handel, den jede Aussendung so mindestens 15 Euro kostet. Für Amazon bleibt da lediglich eine automatisierte Provisionsbuchung sowie die Rückbuchung - für den Handel die Versandkosten und zusätzlich das Ein-und Auspacken. War wieder nicht so geplant? Versuchts mal mit Zusammenarbeit. Frohe Weihnachten

    Kommentar von: JB - 23.12.2015, 09:08
  • Undurchdacht von Anfang bis Ende

    Ist ver.di wirklich mit seinem Latein so am Ende? Diese Aktion schadet vor allem Händlern, welche über Amazon verkaufen. Diese Aktion ist weder durchdacht, noch gut recherchiert. Wäre sie recherchiert, würde man schnell feststellen, dass die Widerrufsfrist von Amazon bei 30 Tagen und nicht bei 14 Tagen liegt, anders als es in Ihrem Text steht. Desweiteren wissen viele Kunden, welche über Amazon kaufen, einfach nicht den Unterschied: "Kaufe ich gerade einen Artikel DIREKT von Amazon oder kaufe ich einen Artikel ÜBER Amazon von einem anderen Händler der seine Ware dort verkauft (wie zum Beispiel auf ebay)." Diese Aktion ist ein Armutszeugnis für Ver.di und zeigt die Hilflosigkeit. Schade, dass nun auch den kleinen Händlern von nebenan geschadet wird....

    Kommentar von: AN - 23.12.2015, 09:25
  • Profilierung von Managern

    Da kann ich mich als Einzelhändler in Deutschland nur anschliessen. Die Frage ist, ob die Manger von Verdi wirklich keine Ahnung haben was sie tun oder ob sie nur um Ihre Macht zu demonstrieren (bzw. demonstrieren zu wollen) auch über Leichen gehen. Das EU-Recht zur Online-Retourenregelung, das die unsägliche deutsche Inselsituation letztes Jahr endlich ersetzte, aushebeln zu wollen, ist wirklich das allerletzte. Damit ist jedem geschadet - sowohl dem Einzelhandel als auch den Kunden. Die einzigen, denen es nicht schadet, sind Verdi und Amazon.

    Kommentar von: FB - 23.12.2015, 10:04
  • Großer Schaden für den Mittelstandshandel

    Sehr geehrte Damen und Herren, bei allem Respekt vor Ihren Bemühungen faire Arbeitsbedingungen und angemessene Löhne für Ihre Mitglieder zu erstreiten, bei dieser Aktion richten Sie Schaden in unüberschaubaren Ausmaß an.

    Amazon bedient den deutschen Markt aus einem europaweiten Netz von Logistikzentren. Ihre Bemühungen durch Streiks Druck auf das Unternehmen auszuüben, indem Sie einzelne Standorte in Deutschland bestreiken, sind Verpuffungsaktionen ohne jede Wirkung. Daraus resultierend jetzt einen Aufruf unter Konsumenten zu starten, Amazon mit "Spaßbestellungen" finanziell zu schaden ist verantwortungslos und schadet besonders dem Mittelstandshandel. Der durchschnittliche Amazon Kunde ist sich meistens nicht bewusst, ob er bei Amazon direkt oder einem Marketplace Händler bestellt. Diesem entstehen bei jeder retournierten Bestellung horrende Kosten durch Versand, Provisionen und Personalleistung. Dass eine der größten deutschen Gewerkschaften zu solch unlauteren und nicht durchdachten Mitteln greift ist skandallös und beschämend.

    Ich kann nur hoffen, dass Sie diesen Aufruf zurücknehmen und Ihren Mitglieder die Tragweite dieses Missstandes kommunizieren. Bitte tun Sie dies, bevor Sie den kleinen und mittelständigen Marketplace-Händlern Schaden zufügen.

    Hochachtungsvoll

    Kommentar von: Andreas Arz - 23.12.2015, 10:15
  • Über das Ziel hinausgeschossen

    Guten Tag,

    Ich denke, Sie schießen mit dieser Aktion deutlich über das Ziel hinaus.

    Der Abschluß eines Vertrages nur zum Zwecke der Verursachung von Kosten dürfte sogar als Betrugsstraftatbestand zu werten sein.

    Glücklicherweise sind die Kunden ja entsprechend markiert, dank des Schreibens im Paket.

    Hoffen wir, dass Amazon angemessen reagiert.

    Ich persönlich finde auch die Streiks am Ziel vorbei. Soll Amazon noch mehr Kapazitäten ins Ausland verlagern? Damit ist den deutschen Angestellten doch am wenigsten geholfen, oder?

    Kommentar von: EvEssen - 23.12.2015, 13:40
  • das kann nicht euer Ernst sein !!

    Wer lässt sich denn sowas einfallen !!

    Wenn man den wirtschaftlich entstehenden Schaden bedenkt, was nicht nur bei Amazon ensteht, desweiteren den CO2!! Ausstoss. Was durch Retouren verursacht wird.
    Wenn ich das hier lese stellen sich meine Nackenhaare hoch. Die Bundesregierung sollte euch das Handwerk legen.

    Einfach nur KRANK!!!

    Kommentar von: maydo - 23.12.2015, 15:08
  • Polen und Tschechien freuen sich über neue Arbeitsplätze

    Dieser Aufruf wird wirtschaftlich

    A. Die Händler auf Amazon treffen

    B. Die Mitarbeiter an deutschen Standorten

    C. Die Produzenten

    Amazon ist seit Beginn der ganzen Streiks massiv am Aufbau von neuen Standorten. Polen und Tschechien stehen schon, hier gehen seit rund 2 Monaten die Pakete rein und raus. Es wird also nur noch eine Frage der Zeit sein, wie lange Amazon noch von Deutschland aus liefert.
    Sicherlich müssen die Arbeitsbedingungen stimmen, aber man verhandelt und führt Gespräche, dafür sollte eine Arbeitnehmervertretung stehen.

    Allein die Tatsache, dass vor Weihnachten ein Sonntagsarbeitsverbot gerichtlich erwirkt wird, geht mir persönlich zu weit. Jeder im Handel weiß, dass zu dieser Zeit alle Hände voll zu tun ist, da ja jeder Kunde sein Geschenk rechtzeitig wünscht.

    Wir kleinen Händler können sonntags unsere Arbeit durchführen, den großen wird es per Beschlüsse verboten. Ganz ehrlich, spätestens da wäre ich auch bereit meinen Standort zu wechseln.

    Kommentar von: USA - 23.12.2015, 21:45
  • Lichtlein

    Reicht es auch, wenn ich eine kleine Kerze anzünde? Für die ganz armen armen Amazon Mitarbeiter?

    Ich lasse mich ungern vor den Karren anderer Leuten Interessen spannen. Die anderen Leute sind in diesem Fall nicht die Amazon Mitarbeiter, sondern beleidigte Verdi.is, die sich nicht ernst genommen fühlen. Warum wohl?

    Schon gar lasse ich mich vor den Karren spannen, wenn ich mit künstlich erzeugter Betroffenheit, unbelegten Behauptungen und PseudoSolidarität manipuliert werde. So ein Versuch ist e x t r e m peinlich und albern.

    Viel Spaß mit der Resonanz auf diese Aktion. Ich hoffe, sie wird richtig heftig. Bumerang-mäßig heftig.

    Kommentar von: Dasiy - 24.12.2015, 11:00
  • verdi? Nein Danke!

    Da haben sich ja wieder clevere Menschen etwas grandioses einfallen lassen! Natürlich kann jeder verstehen das man für faire Arbeitsbedingungen kämpft und dafür auch ordentlich entlohnt werden möchte. Allerdings muss man sich an dieser Stelle doch fragen, ob denn die Leute gezwungen werden bei Amazon zu arbeiten? Nein! Jeder Mitarbeiter entscheidet freiwillig diesen Job anzunehmen und dies auch zu den Bedingungen. Ist mir die Arbeit zu schwer, die Bedingungen zu schlecht oder die Bezahlung zu mies, dann kann ich auch Nein sagen und suche mir woanders etwas. Aber an einem Tag den Job annehmen und am nächsten Tag stelle ich mich vor die Tür und streike weil ja doch alles so schlecht ist, dass geht gar nicht! Und wenn einem dann nichts mehr einfällt, dann rufe ich die Kunden auf dafür zu kämpfen! Tolle Idee! Aber vielleicht sollte man lieber mal die Kunden boykottieren die sich jede Menge Ware schicken lassen und diese dann wieder zurück schicken, denn es kostet ja nix! Ist ja Gratis! Zumindest das was direkt von Amazon versendet wird. Würde es ein solches System nicht geben, dann würde auch in vielen Bereichen wirtschaftlicher gearbeitet und Geld verdient und dies würde dann auch vielleicht dazu führen das die Mitarbeiter davon profitieren. Nur wo soll das Geld herkommen, wenn es ja von den ganzen Kunden schon verbrannt wird die keinerlei Kaufabsicht hegen, sondern nur mal bissl aus Langeweile bestellen und mal schauen wollen, es vielleicht dann noch einmal benutzen und wieder zurücksenden. Aus dieser ganzen Situation entsteht dann doch erst die Abwärtsspirale das irgendwo gespart werden muss und das ist dann nun mal bei den Lohnkosten. Wir sind selber Online im Bereich Damenbekleidung tätig und haben dort eine Rücksendequote von 45%, aber nur weil wir keine Gratis Retour anbieten. Lassen wir Ware von Amazon durch FBA versenden, steigt die Quote rasant an auf bis zu 70%!!! Weil, ich kann ja mal kucken und wieder zurück, kost ja nix! Da sollte man vielleicht mal drum kämpfen, den Kunden auch aktiv an den Kosten zu beteiligen und den dadurch entstehenden Mehrerlös dann auf die Mitarbeiter zu verteilen. Gut, der Umsatz würde vielleicht zurückgehen, weil dann nur noch die Kunden bestellen die 100% Interesse an dem Produkt haben! Sollte dann der Artikel gefallen, aber mit der Größe oder Farbe etwas sein, dann spricht ja auch nichts dagegen es für den Kunden kostenneutral zu tauschen. Will man aber einfach dann nur zurücksenden, dann muss man auch dafür zahlen. Dies würde sehr viele Probleme lösen. Aber dann Kunden aufzufordern Ware zu bestellen mit der Absicht diese mit einem Boykottschreiben wieder zurück zu senden, ganz großes Tennis! Da hat wieder jemand richtig gut nachgedacht, vor allem bei Sätzen wie : ...noch ist der Gegner übermächtig, aber wir sind viel mehr... Viel mehr Idioten vielleicht! Viel erfolgreicher wäre doch ein Aufruf : Liebe Kunden, bitte bestellt nicht unnötig, beteiligt euch an den Kosten, dann kämpfen wir dafür das dieser Mehrerlös den Mitarbeitern zu Gute kommt! Man sollte immer daran denken, nicht der Umsatz ist entscheidend, sondern der Gewinn! Kämpft lieber gegen den unnötigen Bestellwahn und kämpft nicht gegen die Händler die selber ums Überleben kämpfen!

    Kommentar von: Pro-Amazon2015 - 24.12.2015, 18:49
  • Missbrauch des Widerrufsrechts mit Ansage

    Sie wissen schon, dass tausende Händler Schadensersatzansprüche geltend machen werden, sobald den Rücksendungen solche "Solidaritätsschreiben" beiliegen? Einen Missbrauch des Widerrufsrechts werden Sie nicht widerlegen können, alternativ rufen Sie zum Missbrauch geltenden Rechts auf.

    Das überdenken Sie lieber nochmal, sonst wird das sehr teuer...

    Kommentar von: Nanu? - 27.12.2015, 11:01
  • Missbrauch?

    Kommentar von: Batmann - 28.12.2015, 18:34
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